10 Tipps für ein grüneres 2018

Alohana,

Spiegel Online hat vor zwei Tagen einen Artikel über Plastikmüll in der Arktis veröffentlicht. Obwohl Plastik als Material erst seit ca. 70 Jahren (!) in Verwendung ist, sind die Ausmaße der Verschmutzung durch Plastik bereits untragbar für unsere Umwelt. Aber auch die üblichen Verdächtigen wie Abgase und Lebensmittelverschwendung spielen weiterhin eine wichtige Rolle.

Das alles mag manchmal fern unseres Alltages erscheinen, weil die Zahlen unendlich groß sind und die Gletscher nicht vor unserer Haustür schmelzen, sondern weit, weit weg. Und doch liegen die effektivsten Maßnahmen gegen einen unverantwortlichen Umgang mit unserem Planeten bei uns selbst. Kleine Veränderungen in unserem Alltag sind in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen. Das kann man als unangenehme Wahrheit sehen – oder als Chance.

Heute soll es deshalb darum gehen, wie jeder von uns das kommende Jahr ein wenig grüner machen kann. Ich habe für euch 10 Tipps für Einsteiger gesammelt, die ganz konkret und einfach umsetzbar sind.

[1] Einmal auffüllen, bitte.

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Die wiederbefüllbare Wasserflasche ist der gefühlt einfachste Schritt Richtung Müllvermeidung und trotzdem hoch effektiv. Bei einer empfohlenen Trinkmenge von täglich 2-3 Litern Wasser, kommen einige Einwegplastikflaschen zusammen (Einwegplastikflaschen sollte man nicht unbedingt mehrmals verwenden, da sich Plastikpartikel aus dem Material lösen und ins Wasser gelangen).

Also lässt sich mit einer Flasche aus Glas, Edelstahl oder ähnlichem richtig viel Plastik sparen (Geld noch dazu)! Mittlerweile ist das Angebot an formschönen, plastikfreien Wasserflaschen groß, fündig werdet ihr zum Beispiel bei Soul Bottle, Klean Kanteen oder bei mybkr (Achtung, Wucher. Stylishe Wucher.).

Dank Aktionen wie Refill könnt ihr eure Flaschen auch in Cafés und Geschäften auffüllen, wenn ihr einfach danach fragt.

 

[2] Keine To Go-Becher mehr.

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Einwegbecher machen mittlerweile einen großen Anteil des Inhaltes städtischer Abfalleimer aus. Kaum 15 Minuten beträgt ihre Lebensdauer und doch füllen sie einen Mülleimer nach dem anderen (lest mehr dazu in Leas Artikel). Doch wie sah das Ganze vor ein paar Jahren aus, als To Go-Becher noch kein Thema waren? Man mag es kaum glauben, aber Menschen haben ihren Kaffee in Cafés getrunken. Sich die Zeit genommen, zwischen Terminen und Verpflichtungen ein paar Minuten Pause einzulegen.

Meiner Meinung nach muss man den Erfolg der To Go-Becher als eine kulturelle Entwicklung betrachten. Für die meisten ist es einfach eine Gewohnheit oder auch ein Statement, dass man ach so beschäftigt, umtriebig und „busy“ ist. Nennen wir es Zeitgeist. An dieser Stelle muss einem bewusst werden, dass To Go-Becher  keine Notwendigkeit darstellen. Ganz ehrlich, niemand braucht die Dinger. Ich bin zugegebenermaßen vorbelastet, weil ich keinen Kaffee trinke und quasi wie die einzige nüchterne Person auf einer feuchtfröhlichen Party von außen auf die Situation schaue.

Wenn ihr dennoch nicht auf euer Getränk unterwegs verzichten wollt, legt euch am besten einen wiederbefüllbaren Becher aus Bambus zu. Saskia hat auf Project Jungl bereits über den Bamboo Cup berichtet, der in vielen schönen Designs daherkommt.

 

[3] Bring deine eigene Tasche mit.

Ein weiterer No Brainer unter den Zero Waste-Tipps: Benutze zum Einkaufen, Transportieren von Gegenständen etc. einfach deine eigene Tasche. So kannst du Plastiktüten vermeiden. In einigen Geschäften sind letztere mittlerweile kostenpflichtig oder gar nicht mehr vorhanden, was sehr zu begrüßen ist.

Ein Baumwollbeutel oder ein Gemüsenetz für den Supermarkt passt in jede Tasche und wiegt nicht viel. Am besten immer dabei haben, wenn ihr in die Stadt oder einkaufen geht.

 

[4] Unverpackte Lebensmittel erwünscht.

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Wisst ihr, was mich frustriert? Wenn man nach einem Einkauf im Supermarkt zuhause alle Lebensmittel einsortiert und danach den Plastikmüll rausbringen kann. So. viele. Verpackungen.

Das alles ließe sich vermeiden, wie am Beispiel von Unverpackt-Läden deutlich wird. Wenn du die Möglichkeit dazu hast, in einem Unverpackt-Laden einzukaufen – super. Damit unterstützt du kleine, unabhängige Betriebe, die wirklich etwas verändern wollen.

Aber auch im Supermarkt kann man auf die Verpackung achten. Vielleicht findest du Nudeln in der Pappschachtel anstatt in Plastik. Oder Oliven im Glas. Der Discounter Aldi zum Beispiel wirbt seit kurzem damit, dass Obst und Gemüse dauerhaft lose verfügbar ist.

 

[5] Bio schmeckt besser.

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Mit dem Kauf von Lebensmitteln in Bio-Qualität vermeidet ihr einen übermäßigen Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, welche der Flora und Fauna schaden. Man denke nur an die aktuelle Debatte um Glyphosat, welches alle Pflanzenarten außer die auf dem Feld angebaute Art abtötet. Klingt nicht sonderlich umweltschonend, oder?

Bei Bio-Lebensmitteln kommt natürlich auch ihr selbst weniger in Kontakt mit den Substanzen. Zusätzlich dazu sind Bio-Lebensmittel oft reicher an gesunden sekundären Pflanzenstoffen. Mehr zu deren Wirkung lest ihr in Leas Artikel über das #eattherainbow-Prinzip.

 

[6] Nutze Bambuszahnbürsten und Dentaltabletten.

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Neongrüne Zahnbürsten waren gestern, heute wird es im Badezimmer stylish und sowas von #zen: Bambuszahnbürsten machen optisch echt was her, sind bis auf die Borsten kompostierbar und von Natur aus antibakteriell. Genau wie Plastikzahnbürsten auch, verwendet man sie in der Regel drei Monate lang.

Als Alternative zu Zahncreme in der Tube gibt es Dentaltabletten, welche ihr im Unverpackt-Laden eures Vertrauens oder online findet. Einmal draufbeißen und dann ganz normal die Zähne putzen. Die Dentaltabletten enthalten für den Geschmack nichts als ätherische Öle, z.B. Pfefferminz, und sind deshalb besonders schonend im Mund. Außerdem wird bei der Herstellung der Dentaltabletten auf Tenside verzichtet, welche bei Zahncremes für eine verstärkte Schaumbildung sorgen. Die Dentaltabletten kommen also ohne Verpackung und Schnickschnack.

Weitere Alternativen zu konventioneller Zahncreme sind Zahnpuder oder eine selbstgemachte Zahncreme aus Kokosöl, Natron und Pfefferminzöl.

 

[7] Vereinfache deine Pflege-Routine.

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Seit ein paar Monaten verwende ich keine Gesichtscreme mehr. Von einem auf den anderen Tag habe ich aufgehört, morgens und abends eine Feuchtigkeitscreme aufzutragen. Nun verwende ich lediglich nach Bedarf ungefähr 1-2 Mal die Woche abends ein wenig Kokosöl, das ich auf dem Gesicht verteile und leicht einmassiere.

Und was soll ich sagen? Meine Haut fühlt sich wohl. Natürlich gibt es auch andere pflanzliche Öle, die sich gut zur Anwendung auf der Haut eignen. Für meine Hände zum Beispiel verwende ich High Oliec-Sonnenblumenöl (Dieses wird oft als Bratöl in Bioläden verkauft). Eine erste Übersicht findet ihr in Zero Waste-Bloggerin Shias Artikel auf ihrem Blog Wastelandrebel, den ich euch generell empfehlen kann, wenn ihr euch für den Zero Waste Lifestyle interessiert.

Die Öle lassen sich oft in Glasflaschen kaufen oder sogar ganz ohne Packung in Unverpackt-Läden. Es gibt auch feste „Steine“ oder „Massage Bars“, die aus hochwertigen Ölen bestehen. Eine gute Adresse dafür ist zum Beispiel Lush.

Dadurch vermeidet ihr Plastiktiegel, die oftmals aus sehr dickem Material bestehen, das nicht recycled werden kann. Ich finde es wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, was das bedeutet: Nach einmaliger Verwendung landet der Tiegel auf einer Mülldeponie, wird gegebebenfalls verbrannt oder vergraben, aber nie wirklich verwertet. Der Müll bleibt für immer bestehen, da Plastik zwar in kleinere Teile zerfällt, aber niemals verschwindet.

Das alles für Cremes, die teilweise kritische Konservierer und andere Inhaltsstoffe beinhalten, Stichwort Mineralöle. Bei der Verwendung pflanzlicher Öle habt ihr mehr Kontrolle über die Stoffe, welche ihr auf eure Haut auftragt, das größte Organ des menschlichen Körpers.

Merke: Gesunder Planet, gesundes Ich.

 

[8] Selbstgemacht hält besser.

Mit dem Vorhaben, weniger Müll zu produzieren, fällt es manchmal schwer, ein gewünschtes Produkt im Laden zu finden. Dann heißt es: Ärmel hochkrempeln und selbst zur Tat schreiten. Was erstmal kompliziert klingt, ist es meistens gar nicht.

Wie bei Tipp 6 beschrieben, lässt sich beispielsweise Zahncreme ganz einfach selbst aus wenigen Zutaten herstellen. Auch andere Produkte wie Deo, Geschirrspülmittel oder Allesreiniger für den Haushalt lassen sich schnell zusammenmischen. Für Rezepte schaut mal bei Wastelandrebel oder Trash is for Tossers vorbei.

 

[9] Finde Second Hand-Schätze.

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Fakt ist: Die Textilindustrie ist sehr ressourcenintensiv, und mit Arbeitskräften geht sie auch nicht immer vertretbar um. Saskias Artikel zur #whomademyclothes-Bewegung und Dokumentationen wie The True Cost gibt euch weitere Einblicke in das Thema.

Außerdem hat bestimmt jeder von uns einen viel zu vollen Kleiderschrank. Bei der Masse an bereits produzierten Kleidungsstücken ist es meist gar nicht notwendig, etwas Neues zu kaufen.

Findet lieber euren Lieblings-Vintage-Laden, Second Hand-Geheimtipp oder veranstaltet einfach eine Kleidertauschparty mit euren Freunden, so wie wir anlässlich der Fashion Revolution Week, die jedes Jahr im April stattfindet (ein paar Einblicke in das fröhliche Gewusel gibt es hier).

 

[10] Powered by plants.

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Zum Schluss ein Tipp, der unserem Project Jungl-Kollektiv besonders am Herzen liegt: die pflanzenbasierte Ernährung.

Vielleicht mag nicht jedem sofort einleuchten, was die eigene Ernährung mit der Umwelt zu tun hat. Die Dokumentation Cowspiracy legt sehr gut und nachvollziehbar dar, warum der Konsum tierischer Lebensmittel negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Zusammenfassen lässt sich die Problematik mit nur einem Wort: Ressourcen.

Für die Produktion tierischer Nahrungsmittel wird mehr Fläche, Wasser und Futtermittel benötigt als für pflanzliche Lebensmittel. Eine pflanzliche Ernährung beugt außerdem der Überfischung der Meere vor. (Wir halten es hier mal ganz kurz, sonst schreibe ich noch einen Roman.)

Wenn ihr im neuen Jahr darüber nachdenkt, euch pflanzenbasiert(er) zu ernähren, kann euch die Aktion #Veganuary zu Hilfe kommen. Hier werden Tipps und Rezepte geteilt, die eine umweltbewusste Ernährung erleichtern.

Kommt gut ins neue Jahr, es wird viele neue Möglichkeiten für uns bereithalten!

Aloha, Alicia

4 Antworten auf „10 Tipps für ein grüneres 2018

  1. Richtig Toller Post! Ich ernähre mich seit Jahren vegan, verzichte auf unnötige Verpackungen und versuche die Welt etwas grüner zu gestalten 🙂

    Alles Liebe
    Laura

    Liken

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